Sperrdatei

Berliner Senat denkt über Sperrdatei nach

Der Berliner Senat möchte sich das Bundesland Hessen zum Vorbild nehmen und denkt jetzt in Sachen Glücksspiel auch über eine Sperrdatei nach. Danach solle mit einer solchen Sperrliste ein großer Schritt im Bereich Suchtprävention gemacht werden. Doch, was genau sind die wirklichen Absichten und kann eine solche Sperrdatei überhaupt funktionieren?

Hessen als Vorbild für Berlin

In Hessen gibt es sie bereits, eine Sperrliste für spielsüchtige Menschen. Dort können die Spieler, die in der Sperrliste geführt werden nicht mehr in einer Spielhalle oder im Casino ihrer Sucht nachgehen. Denn die sogenannte Sperrdatei ist eine landesweite Liste. So können Spielsüchtige aus Frankfurt am Main beispielsweise weder in der näheren Umgebung wie in Hanau oder Darmstadt in einer Spielhalle ihre Sucht befriedigen, noch weiter entfernt in Kassel oder Fulda zum Beispiel. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass sie in der Sperrdatei erfasst sind.

Bereits seit Mai 2014 gibt es diese Datei, die den Spielern ermöglicht sich selber für das Automatenspiel sperren zu lassen. Diesen Ansatz in Hessen zu Suchtprävention bei Glücksspielen möchte nun auch der Berliner Senat vertieft ins Auge fassen und sich intensiv damit auseinandersetzen. Denn dies sei laut dem Berliner Senat eine gute Möglichkeit, um Spielsüchtige zu schützen und ihnen zu helfen, aus der Sucht zu kommen.

Fachverband fordert sogar deutschlandweites Sperrsystem

Der Fachverband Glücksspielsucht begrüßt die Pläne des Berliner Senats. Jedoch fordert der Verband vielmehr ein einheitliches deutschlandweites Sperrsystem für die suchtgefährdeten Spieler. Denn nur in einzelnen Bundesländern diese Sperrdatei einzusetzen sein eigentlich zu wenig. Jedoch erscheint der Vorschlag vom Fachverband Glücksspiel noch recht utopisch zu sein. Schließlich sind die Regelungen für das Glücksspiel auf Landesebene zu treffen und nicht auf Bundesebene. Zudem ist bislang nur Hessen als einziges Bundesland mit einer Sperrdatei ausgestattet. Und in Berlin ist es bis jetzt nur eine Überlegung, wenn auch schon eine relativ konkrete, eine Sperrliste einzuführen.

Erfolg zweifelhaft, Umsatzeinbrüche wahrscheinlich

Problematisch an einer Sperrliste ist natürlich die Umsetzung. Denn so, wie es sie in Hessen bereits gibt, werden die Eintragungen in die Liste nur auf freiwilliger Basis vorgenommen. Das bedeutet, dass die suchtgefährdeten oder süchtigen Spieler natürlich erst einmal ihr Problem einsehen müssten, was jedoch in vielen Fällen eher unwahrscheinlich sein dürfte. Zwar haben sich in Hessen bereits mehr als 10.000 Menschen auf die Liste setzen lassen, jedoch dürfte die Dunkelziffer an suchtgefährdeten und süchtigen Spielern wohl höher liegen. In Berlin dürfte es demnach genauso ablaufen, auch wenn aktuell mit etwa 37.000 Spielern im gefährdeten Bereich gerechnet wird.

Ein weiteres Manko ist zudem auch die Umsetzung. Schließlich wird in vielen Spielhallen keine Ausweiskontrolle vorgenommen und selbst wenn, müsste natürlich noch ein Abgleich mit der Sperrdatei erfolgen. Ein Aufwand, der in der Praxis vielleicht nicht immer funktioniert. Zudem hat die Sperrliste in Hessen auch schon zu Gewinneinbußen geführt, was sich am Ende auch in der Landeskasse zeigt. Im Übrigen ist die in Hessen genutzte Sperrliste nur für Spielautomaten gültig. Wettspiele oder Tischspiele können also weiterhin noch von suchtgefährdeten oder süchtigen Spielern gespielt werden. Ein wirklich präventiver Erfolg ist daher zweifelhaft. Prävention sollte daher besser schon in den Schulen beginnen.

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Über Nick Horten

Nick Horten
Ich bin der Nicolas. Ganz egal was Gordon sagt - Rot hat dennoch die besseren Gewinnchancen beim Roulette ... Ich bin verantwortlich hier für alles was die anderen nicht machen wollen. Ganz schöner XXX-Job...

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