Kasino Baden-Baden: Schuld an Spielschulden?

Ein kürzlich in Karlsruhe vor dem BGH entschiedener Fall hat bundesweites Interesse auf sich gezogen. Die BGH-Richter hatten folgenden brisanten Fall zu lösen: Kann ein Kasino schuld daran sein, dass ein Gast Spielschulden hat? Das Spielkasino in Baden-Baden ist von dem Fall betroffen. Denn ein Spieler, der unter Spielsucht litt, wurde vorzeitig von seiner Sperre in dieser Spielhalle befreit.

Gast erhält Zutritt zum Kasino – trotz Spielsucht

Dem spielsüchtigen Gast der Spielhalle Baden-Baden wurde trotz seiner Sucht Zutritt zum Kasino gewährt. Wegen dieser eigentlich gut gemeinten Geste musste sich die Geschäftsleitung nun für die Spielschulden verantworten, die der Spieler dort gemacht hat. Im Grunde genommen sollte jeder Mensch selber dafür verantwortlich sein, wie viel Geld er beim Glücksspiel einsetzt und gegebenenfalls verliert. Doch kann dieser Umstand auch anders ausgelegt werden. Das erfuhren die Mitarbeiter des Kasinos in Baden-Baden nun unter Staunen in dem Verfahren vor den Richtern in Karlsruhe. Der süchtige Spieler wurde ohne eine weitere Prüfung durch einen Psychologen oder Arzt in die Spielhalle eingelassen. Innerhalb eines kurzen Zeitraumes verspielte er eine nicht unbeachtliche Geldsumme und machte Schulden beim Glücksspiel. Diese müssen nun von der Spielbank Baden-Baden selber getragen werden.

Spielsperre – ab wann darf ein Spieler wieder an den Roulette Tisch?

Der Grund liegt darin, dass bereits vor über zehn Jahren gegen den Mann eine Spielsperre erlassen worden ist. Die Sperre hatte der Spieler selber veranlasst, da er sich seiner Spielsucht bewusst war und sich bereits dazu bekannte. Die Spielsperre sollte insgesamt sieben Jahren andauern. In der Zwischenzeit wollte sich der Mann einer Therapie unterziehen, um sich seiner Sucht zu entledigen. Doch, bevor die sieben Jahre beendet waren, sendete der Glücksspieler eine E-Mail an die Spielbank. Darin bat er darum, die Sperre gegen ihn aufzuheben und ihn wieder zum Spielen im Kasino zuzulassen. Die Spielsperre wurde daraufhin vom Kasino Baden-Baden vorzeitig aufgehoben. Der glücksspielsüchtige Mann erhielt wieder Einlass in die Spielhalle. Dabei verließen die Mitarbeiter der Spielbank sich auf den Inhalt der E-Mail. Ein Gutachten über eine Heilung von der Spielsucht musste nicht vorgelegt werden.

Fehlte ein ärztliches Gutachten?

Doch genau das fehlende Gutachten bewegte die Richter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe zu ihrer schweren Entscheidung, durch welche die Spielschulden des Mannes aberkannt wurden. Der Anlass des Gerichtsverfahrens war eine Beschwerde der Frau des Glücksspielers. Diese konnte sich nicht damit abfinden, dass ihr süchtiger Mann in die Spielbank eingelassen worden war, obwohl seine Sucht dort bekannt war. Das Kasino Baden-Baden muss daher die Spielschulden des Schuldners selber tragen. Das ist das Urteil der Richter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe.

Spielschulden – wieviel muss das Kasino selber tragen?

Doch selbst eine umsatzstarke Spielhalle wie diese in Baden-Baden kann unter größeren Summen, die nicht beglichen werden in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Mann verzockte immerhin über 247.000 Euro. Über einen längeren Zeitraum hinweg spielte der spielsüchtige Gast am Roulette Tisch. Dort verlor er nach und nach diese große Summe Geld. Die Spielhallenleitung gab an, den Zahlungsverkehr des Mannes geprüft zu haben. Hierbei seien keine weiteren Unregelmäßigkeiten entdeckt worden. Somit wurde angenommen, dass der Spieler geheilt sei. Doch ohne einen ärztlich belegten Befund hat diese Annahme keine allgemeine Gültigkeit.

Ehepaar klagt gegen Kasino Baden-Baden

Die Ehefrau des Spielsüchtigen konnte diesen unerträglichen Zustand nicht aushalten. Sie beschloss, gegen das Kasino in Baden-Baden zu klagen. Grund: Sie wollte Schadensersatz in der Höhe der verspielten Geldsumme erwirken. Doch das Paar verlor den Prozess gegen die Spielhalle bereits in der ersten Instanz. Erst durch eine Klage vor den Bundesrichtern hatte das Ehepaar Erfolg. Grundsätzlich wurde entschieden, dass eine Spielbank für den Schaden mitverantwortlich ist, den ein Spieler verursacht, der ohne ärztliche Prüfung trotz Sperre wieder zum Spiel zugelassen wird. Das Kasino muss daher die Spielschulden des Glücksspielers selber tragen.

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Über Nancy Barista

Nancy Barista
Ich bin Nancy und diejenige, die zwischen unseren beiden Herren Gordon und Nick immer schlichten muss, wenn es mal wieder zu der Diskussion kommt, ob die Chancen beim Roulette auf Rot zu setzen höher oder niedriger sind, als auf Schwarz zu wetten …

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