Merkwürdiger Betrugsfall im Casino Saarbrücken

Es gibt beim Glücksspiel so manche Weisheit, die sich weit verbreitet obwohl sie letztlich jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Der vielzitierte Spruch, dass das Casino letztlich immer gewinnt, ist sowohl bei Spielern als auch bei notorischen Glücksspielgegnern gleichermaßen bekannt und dient nur zu häufig als Abschreckung vor dem vermeintlichen Teufel „Glücksspiel“. Dass dieser Spruch jedoch auch als Motivation dienen kann hat ein Glücksjäger aus Deutschland bewiesen, gegen den nunmehr bedauerlicherweise juristisch ermittelt wird. Der ganze Fall trug sich in der Spielbank Saarbrücken zu und ist ein wenig kurios.

Es spielt Einer falsch

Dem Glücksjäger aus den deutschen Landen war der Spruch: „Die Bank bzw. das Casino gewinnt immer!“ sicherlich auch wohlbekannt, er jedoch wollte diese „Weisheit“ nicht als gegeben hinnehmen. Aufgrund des Vorwurfs des Betruges hat er nunmehr jedoch die Staatsanwaltschaft gegen sich. Allein der Umstand, dass er sich nicht allein verantworten muss, wird ihn dabei sicherlich nicht trösten. Auch gegen einige Beschäfigte des vermeintlichen Siegers mit Gewinngarantie, dem Casino, wird nunmehr ermittelt. Auch die Beschäftigten wollten scheinbar den alten Spruch „Das Casino gewinnt immer!“ seiner Gültigkeit berauben und haben mit dem Glücksjäger wohl wahrscheinlich deshalb gemeinsame Sache gemacht. Ob dies nunmehr ein nobler Grundgedanke oder einfach nur ein sehr dumm ausgeführter genialer Plan war muss letztlich jeder Glücksjäger und interessierte Mensch für sich selbst entscheiden. Auf jeden Fall sind die Hintergründe dieses Falls äußerst unterhaltsam.

Die seltene Gabe

Aufgefallen ist der Betrugsversuch letztlich durch einen anderen Glücksjäger, der sich als „Spielverderber“ erwies. Der namentlich nicht erwähnte Glücksjäger gab der Polizei den Hinweis, dass ein Betrug in der Spielbank im Zusammenhang mit dem allseits beliebten Glücksspiel Roulette im Gange sei und dass dort ein Falschspieler sein Unwesen treibe. Der Betrüger soll über die seltene und durchaus schwierige Gabe des Kesselguckens verfügen. Für diejenigen, die sich stets ehrlich beim Roulette versucht haben, sei an dieser Stelle einmal das Kesselgucken kurz erklärt. Der Kessel ist eben jenes Rad beim Roulette, durch welches der Groupier die kleine weiße Kugel jagt. Nun wird garantiert jeder Laie sagen, dass er auch bei dem Roulette-Spiel auf den Kessel schaut. Dies ist an sich ja auch nicht weiter verwerflich allerdings unterscheidet sich das Kesselgucken von dem klassischen Kesselschauen dahingehend, dass derjenige, der über diese seltene Gabe verfügt, mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit den finalen Landeplatz der Kugel vorhersagen kann. Dies käme einer Gewinngarantie gleich, welche sonst ja nur – gemäß der alten Weisheit – das Casino innehabe. Das Kesselgucken an sich wird dadurch begünstigt, dass sich das Rad ganz besonders langsam dreht.

Hilfe soll vorhanden gewesen sein

Der Staatsanwaltschaft kam der ganze Vorgang ein wenig merkwürdigt vor. Ob dies damit zusammenhängt, dass der Falschspieler bereits 80 Jahre alt ist und somit seine Sehkraft im Herbst des Lebens doch eher einbüßt als sie für das Kesselgucken einzusetzen, kann an dieser Stelle nicht geklärt werden. Fakt ist jedoch, dass auch gegen einige Groupiers der Spielbank Saarbrücken Ermittlungen eingeleitet wurde. Die Angestellten stehen im Verdacht, das Rad des Kessels mit Absicht langsamer gedreht zu haben so dass der Rentner seine vermeintliche Gabe des Kesselguckens auch wirklich vollziehen kann. Dies geschah natürlich nicht aus purer Gutherzigkeit im Hinblick darauf, dass nunmehr auch Rentner Steuern bezahlen müssen und dementsprechend weniger Altersversorgung zur Verfügung haben sondern vielmehr für ein stattliches Trinkgeld, welches es von dem 80 jährigen Roulettebetrüger gab. Wäre man ein Zyniker, so könnte man in diesem Fall auch von Provisionen sprechen.
Bislang wurden in der Spielbank Saarbrücken noch keine Videoaufzeichnungen ausgewertet. Diese wären jedoch, angesichts des hohen Alters von dem vermeintlichen Roulettebetrüger, durchaus unterhaltsam. Wie langsam muss sich ein Kessel gedreht haben, damit ein Mann seines hohen Alters seine „Gabe“ des Kesselguckens vollziehen kann? Diese Frage dürfte für die laufenden Ermittlungen jedoch eher nebensächlich sein.Als Fazit dieser vermeintlichen Geschichte kann gesagt werden, dass es beim Roulette unter Garantie keine Gewinngarantie gibt. Weder gewinnt das Casino immer, noch gibt es für den Glücksjäger eine wasserdichte Gewinnstrategie. Roulette bleibt schlicht und ergreifend für beide Seiten ein Glücksspiel. Das Einzige, was beide Seiten für sich nutzen können, ist das Gesetz der Wahrscheinlichkeit. Diesbezüglich mag das Casino zwar einen leichten Vorteil haben, doch gehört das Roulette noch immer zu den fairsten Glücksspielen in der gesamten Branche, da der Glücksjäger eine realistische Chance auf einen Gewinn bei dem Tischspiel hat.
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Über Nancy Barista

Nancy Barista
Ich bin Nancy und diejenige, die zwischen unseren beiden Herren Gordon und Nick immer schlichten muss, wenn es mal wieder zu der Diskussion kommt, ob die Chancen beim Roulette auf Rot zu setzen höher oder niedriger sind, als auf Schwarz zu wetten …

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