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Nichts geht mehr: In Aachen wird gestreikt!

‚Rien ne va plus – Nichts geht mehr‘ wird von den Croupiers normalerweise ausgesprochen, wenn in den Spielbanken beim Roulette alle Einsätze gemacht wurden, und die Kugel bereits rollt. Doch an diesem Samstagabend nach Ostern ging im Spielkasino in Aachen ebenfalls nichts mehr. In der Aachener Spielhalle, eine von vier Spielbanken in Nordrhein-Westfalen, die in Aachen am Tivoli in der Krefelder Straße gelegen ist, wurde gestreikt. Diese Spielhalle ist das Erste von vier Kasinos, die in NRW ihre Türen öffneten. Erst vor rund einem Jahr, am 1. Juni 2017 feierte das Aachener Kasino sein 40-jährige Bestehen.

Warnstreik: Im Smoking auf die Straße!

Der größte Teil der Angestellten der Aachener Spielbank sorgte an diesem Abend dafür, dass für drei Stunden nicht gespielt werden konnte. Von 18.00 bis 21.00 Uhr wurde in der Spielhalle in Aachen Tivoli die Arbeit niedergelegt. Während des Streiks wurden lediglich die notwendigen Dienste getan. Die Kugeln an den Roulettetischen blieben indessen still an ihrem Platz liegen. Ebenso mussten die Gäste auf viele weitere Spielangebote wie Poker oder Black Jack verzichten. Die Gewerkschaft Ver.di gab den Aufruf zum Warnstreik am Samstag bekannt.

Warum wurde in Aachen gestreikt?

Der überwiegende Teil der Angestellten der Spielbank folgte dem Aufruf zum Warnstreik. Sie legten ihre Arbeit zum vereinbarten Zeitpunkt nieder und begaben sich statt zum Spieltisch ins Freie. Dort versammelten sie sich, um die rot-weißen Gewerkschaftsfahnen zu schwenken. Die meisten Beschäftigten hatten sich zu diesem Zweck nicht umgezogen. Somit präsentierten sie ihr Streikbegehren im Smoking mit Fliege oder Schlips und Kragen in feinster Arbeitsabendgarderobe.

Der Ver.di-Bezirksgeschäftsführer Viktor Petje aus Aachen sagte vor der Presse, dass es eine beinahe hundertprozentige Beteiligung der Beschäftigten des Spielkasinos gegeben habe. Ver.di begründet den Streik wie folgt: Im Tarifstreit habe es vonseiten des Arbeitgebers auch nach einigen Verhandlungsrunden kein neues Angebot gegeben. Ver.die äußerte sich weiterhin dahin gehend, dass die anwesenden Besucher der Spielhalle sich nicht durch die Aktion gestört fühlten. Vielmehr wurde für das Begehren der Angestellten von allen Seiten großes Verständnis aufgebracht.

Welche Hintergründe führten zu dem Streik?

Das Aachener Spielkasino wurde nach dem Umzug vom Neuen Kurhaus zum Tivoli gut von den Besuchern angenommen. Der neue Standort verfügt über eine gute Verkehrsanbindung zum Vorteil der Gäste. Doch fanden sich laut der Statistik aus dem Jahr 2015 knapp 90.000 Besucher an den Roulette, Poker sowie Black Jack Tischen oder an den Automaten ein. Dem Kasino macht vor allem die Konkurrenz von kommerziellen Spielhallen, Sportwetten sowie Online-Spielen zu schaffen. Das ist auch die Meinung des Geschäftsführers Thomas Stoßberg.

Dieser rechnet in den nächsten Jahren mit einem Comeback der Spielbanken. Er meint, dass immer mehr Leute nicht alleine zu Hause am Computer online zocken möchten, sondern die Gesellschaft der anderen Menschen suchten. Insgesamt seien prozentual mehr Besucher in den Jahren 2015 und 2016 zu verzeichnen als in den vorangegangenen Jahren. Dabei stieg der Bruttospiel-Ertrag sogar um 20 Prozent. Der Bruttoertrag bezeichnet die Summe, die nach Abzug der Auszahlung aller Gewinne übrigbleibt. Das waren Anfang 2016 rund sieben Millionen Euro. Jedoch wird die Hälfte dieses Geldes an die Stadt Aachen sowie das Land Nordrhein-Westfalen als Spielbankabgabe bezahlt.

Bekommen die Angestellten zu wenig Lohn?

Die Beschäftigten der Spielbank Aachen sind auf die Besucher angewiesen. Denn die Bezahlung der Mitarbeiter erfolgt zum größten Teil aus Geldern aus dem sogenannten ‚Tronc‘. Darin wird das Trinkgeld aufbewahrt, dass von den Gewinnern beim Roulette, Poker oder Black Jack an die Angestellten gegeben wird. Unter der Aufsicht eines Finanzbeamten werden die Summen aus dem Tronc täglich berechnet und der Ertrag nach einem vorher festgelegten Verteilerschlüssel auf die Angestellten verteilt. Da können monatlich zwar einige Geldbeträge zusammenkommen, jedoch hängt der Zuschlag auch von der Anzahl der Spieler pro Tag ab. Bleiben diese aus, kann es am Monatsende doch einmal eng werden. Die Angestellten des Spielkasinos erhalten daher von dem Betreiber der Spielstätte einen Basislohn, zur Absicherung eines grundsätzlichen Lebensunterhalts. Fällt diese Lohn zu niedrig aus und ist die Gehaltserhöhung aus dem Tronc zu gering, dann könnte die Bezahlung zu niedrig sein, um eine Absicherung zu gewährleisten. Bei Tarifverhandlungen können die Löhne nach den tatsächlichen Grundbedürfnissen der Mitarbeiter des Kasinos angepasst werden.

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Über Nancy Barista

Nancy Barista
Ich bin Nancy und diejenige, die zwischen unseren beiden Herren Gordon und Nick immer schlichten muss, wenn es mal wieder zu der Diskussion kommt, ob die Chancen beim Roulette auf Rot zu setzen höher oder niedriger sind, als auf Schwarz zu wetten …

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