Glücksspiel-Verbote

Über Sinn und Unsinn von Glücksspiel-Verbote

Es gibt eine große Anzahl von Drogen, einige sind verboten. Vor allem die an denen der Staat kein Geld verdienen kann sind so zumindest nicht mehr auf legalem Wege zu erwerben. Doch wie sieht es mit Suchtmitteln wie dem Glücksspiel, Tabak oder Alkohol aus? Experten sind skeptisch und geben Verboten nur mit Einschränkungen eine Chance. Machen Glücksspiel-Verbote wirklich einen Sinn?

Alkohol und Tabak: beide Suchtmittel bewiesenermaßen tödlich, dennoch mit einigen wenigen, nicht nennenswerten Einschränkungen erlaubt. Der Staat verdient mit. Auch beim Glücksspiel geht es dem Staat nicht um ein reines Verbot wie wir denken. Es geht vielmehr darum, selbst einen Teil des „Kuchens“ mitzunehmen.

Spielsüchtige sind die Letzten die aufhören, denn sie finden kein Ende. Nicht beim Spielen und schon gar nicht in Sachen Gewinn. Dabei tun sie fast alles, um ihrer Sucht nachgehen zu können. Sie lügen, stehlen und häufig betrügen sie auch, wenn das Geld alle und das Verlangen noch nicht gestillt ist – und das ist es fast nie. Das gesamte Umfeld wird untergeordnet: Freunde, Beruf, Familie und auch die eigenen vier Wände sind plötzlich nicht mehr wichtig. Wichtig ist, Geld für die Sucht zu beschaffen. Meistens braucht es ein einschneidendes Ergebnis, damit Betroffene merken, dass sie spielsüchtig sind, und bereit sind, etwas zu ändern. Bis hierhin dürfte die Problematik den meisten bekannt sein, doch was könnten Verbote daran ändern?

Das größte Problem die Verfügbarkeit?

Experten sind sich sicher, dass das größte Problem die Verfügbarkeit darstellt. Es ist überhaupt kein Problem, in die nächste Kneipe zu gehen und sich an einen Spielautomaten zu setzen. Dabei sind Einschränkungen die effektivste Methode, das Spielen in der Gesellschaft einzuschränken. Der Leiter der Suchtabteilung in Oberösterreich sagt dazu: „Der wichtigste Suchtfaktor ist leichte Verfügbarkeit. Alles, was diese einschränkt, ist sinnvoll. Egal, ob das über Preis, Steuern oder Werbung gelenkt wird.“ An dem Alkoholkonsum konnten Einschränkungen bereits etwas ändern, wie eine Studie zeigte. In dem US-Stadt Tennessee werden die höchsten Steuern auf Bier berechnen, gleichzeitig ist dort die niedrigste Zahl an Säufern zu finden.

Fraglich ist die Strategie der Bundesregierung. Einerseits möchte sie das Glücksspiel zum Beispiel im Internet unterbinden oder zumindest stark einschränken, zum anderen beharrt sie aber darauf selbst Spielbanken zu unterhalten.

Die Persönlichkeit, ein weiterer Faktor

Bei der Forschung wird immer klarer, dass auch die Persönlichkeit einen Einfluss auf das Suchtpotenzial hat. Wenn ein Mensch dazu neigt, ein Suchtmittel wegen persönlicher Probleme einzusetzen, ist das Suchtpotenzial deutlich niedriger. Wird ein Suchtmittel jedoch genutzt, weil Spaß daran gefunden wird, macht dies schnell abhängig.

Unsere Frage ist: Sollte das Glücksspiel z.B. im Internet verboten werden, suchen sich dann die Süchtigen nicht eine „Ersatzdroge“? Statt Verboten und der Kriminalisierung der Spieler sollten doch besser Maßnahmen zur Suchtprävention stattfinden.

Es gibt zahlreiche Beispiele, mit denen belegt werden kann, dass Verbote durchaus nützlich sein können. Seit in Irland in Pubs nicht mehr geraucht werden darf, ist die Lungenkrebsrate um ca. 9 % gesunken. Auch Verbote von Alkohol und Heroin sind im Ländervergleich wirksam, wenn den Statistiken glauben geschenkt wird. Dennoch ist es mit Verboten allein nicht getan: „ohne entsprechende Begleitmaßnahmen wie Aufklärung und Bewusstseinsbildung ist jedes Verbot sinnlos.“, Sagt der Leiter der Wiener Suchtklinik Anton Proksch-Institut Michaela Musalek.

Präventation ist sinnvoll. Doch von Suchtverhinderung sprechen und selbst Spielbanken und Online Casinos bzw. Sportwetten und Lotto anbieten ist hypokritisch. Dem mündigen und gesunden Spieler sollte die Wahl gelassen werden, ob er spielen mag oder nicht. Sinnvoll ist es vielmehr weiterführende Aufklärung zu betreiben und Süchtigen bessere Hilfsangebote zu offerieren. Ein erhobener Zeigefinger und die Kriminalisierung des Spielers machen keinen Sinn, wenn selbst mit dem Glücksspiel gehandelt wird.

 

Europa Casino

Über Nancy Barista

Nancy Barista
Ich bin Nancy und diejenige, die zwischen unseren beiden Herren Gordon und Nick immer schlichten muss, wenn es mal wieder zu der Diskussion kommt, ob die Chancen beim Roulette auf Rot zu setzen höher oder niedriger sind, als auf Schwarz zu wetten …

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlichtNotwendige Felder sind markiert *

*